Standortwettbewerb: Unterstützung, um bestehen zu können

Fast eine halbe Million Arbeitsplätze hängen in unserem Land direkt oder indirekt von der Seeschifffahrt ab. Sie generiert mehr als 30 Milliarden Euro an Wertschöpfung für Deutschland und für Europa – allein 1,2 Milliarden Euro davon in Form von Steuern und Sozialabgaben. Schifffahrt ist weltweit nach wie vor eine Industrie mit stetigem Wachstum – und Deutschland immer noch eine der großen Schifffahrtsnationen der Welt. Damit das so bleibt, braucht es die vereinte Anstrengung aller.

Um im scharfen globalen Wettbewerb bestehen zu können, muss die Schifffahrt vom Standort Deutschland aus international wettbewerbsfähig agieren können. Viele Staaten streben nach mehr Wirtschaftswachstum und einer gesteigerten Attraktivität als Standort für Schifffahrtsaktivitäten. Sie bemühen sich um Direktinvestitionen von ausländischen Reedereiunternehmen und um hochqualifizierte maritime Arbeitskräfte. Gute Ausbildung ist heute mehr denn je ein Wettbewerbsfaktor für Spitzenindustrien. Auch in der Schifffahrt gibt es einen „Kampf um die guten Köpfe“.

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Hamburger Hafen: Deutschland ist nach wie vor ein attraktiver Standort für die Seeschifffahrt. (©pixabay)

 

Dabei genießen ausländische Schifffahrtsunternehmen oftmals erhebliche Wettbewerbsvorteile: etwa durch direkte staatliche Unterstützung zur Ansiedlung von Unternehmen, günstigere Steuersysteme, einen besseren Kapitalzugang und niedrigere Arbeitskosten. Viele Drittstaaten außerhalb Europas haben Pakete mit attraktiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen speziell für Reedereien und sonstige maritime Dienstleister geschnürt. 

Der Faktor Kapital ist mobil und gerade die Anpassung steuerlicher Rahmenbedingungen können für einen Unternehmensstandort rasch Konsequenzen haben, in die eine oder andere Richtung. Das gilt für alle internationalen Industrien, aber ganz besonders für die global orientierte Seeschifffahrt. Wie jedes Unternehmen macht auch ein Unternehmen in der Seeschifffahrt, das Handelsschiffe betreibt, eine Kosten-Gesamtrechnung auf. Der Wettbewerbsdruck seitens maritimer Standorte aus aller Welt steigt mit der fortschreitenden Globalisierung stetig weiter an.